Gab es bis vor einiger Zeit nur die Unterscheidung von Pferdverwendung nach Sport und Freizeit, eventuell noch Hippotherapie bzw. Heilpädagogisches Reiten, so ist hier eine Veränderung wahrzunehmen. Pferde schaffen Ausgleich für die Herausforderungen des Alltags, ermöglichen psychisch + physisch beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen Förderung, begleiten sogar Todkranke ein Stück. Einssein + Verbindung mit dem Lebendigen wird durch Pferde erfahrbar gemacht statt der Entfremdung, die das Leben heutzutage auch verursachen kann. Und damit kommen wir zu einem bedenklichen Punkt: Pferde als Kompensation für das, was im Leben fehlt. Für diese Einsicht braucht es etwas Selbstreflexion und Ehrlichkeit - aber es lohnt sich, denn: selbst ein Pferd schafft es nicht auf lange Dauer hin das zu ersetzen, was einem Menschen in seinem Leben fehlt und trotzdem körperlich - seelisch gesund zu bleiben. Pferde haben die Fähigkeit, Menschen zu spiegeln, in ihren Verhaltensweisen und in ihren Gesundheitszuständen. Diese Betrachtung lohnt sich in 2facher Hinsicht: Mensch und Pferd können profitieren bezüglich Gesundheit...WENN Menschen dazu dauerhaft bereit sind, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein bezüglich ihrer eigenen Entwicklung. Das betrifft va. körperliche Gesundheit und psychische Balance.
Die meisten Berufstätigen nehmen aus ihrem Alltag einen relativ hohen Stresslevel mit in den Stall...die meisten Menschen haben keine einwandfreie Haltung...das sind nur 2 Beispiele, anhand derer wir uns die Auswirkungen verdeutlichen können. Angenommen, für Auf-, und Abzäumen und Reiten nehmen sich die meisten Menschen 1,5 Stunden Zeit...so vergehen mind. 45 min in Anspannung, die sich wiederum auf das Pferd auswirken, welches aber losgelassen gehen soll...es ist transparent, das ein verspannter Mensch ein eingeschränktes Körpergefühl + weniger Verbindung zum Pferd hat, die Hilfen nicht korrekt und fein genug gegeben werden können. Im 2. Beispiel kann abgeleitet werden, wie sich eine schiefe Wirbelsäule, ein blockiertes Becken auf den Pferdekörper auswirken: eine einseitige Belastung des Sattels führt zu einseitigen Ausgleichstendenzen des Pferdes, ein blockiertes Becken hindert das Pferd am natürlichen Schwingen seiner Wirbelsäule und verursacht Verspannungen etc.
Beginnen wir also genauer hinzuschauen auf die neuen Aufgaben der Pferde: es ist offensichtlich, dass sie uns aufzeigen, wo wir etwas für unser Gleichgewicht tun sollten. So, wie es selbstverständlich sein sollte, seinem Pferd in regelmässigen Abständen einen chiropraktischen Check und eine Überprüfung des Sattels zu gönnen, sollte der reitende Mensch unabhängig vom Pferd etwas für seine körperliche Ausgeglichenheit tun (Dehnungsübungen, Yoga, Shiatsu, Ostheopathie etc.) Man spürt den Unterschied im Alltag und auch beim Reiten, da ein geschmeidiger, ausbalancierter Körper ein Pferd viel mehr zum Kooperieren veranlasst als gestresste und verspannte Muskeln.
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